Praktikumsbericht PDF Print E-mail
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Tuesday, 28 April 2009

 Praktikumsbericht (Medical Mission Group / Philippinen)

Der Studiengang „Non Profit- Sozial- und Gesundheitsmanagement“ umfasst in den 6 Semester mindestens ein 3 monatiges Praktikum. Das Praktikum soll einschlägig und Studiengangs bezogen sein.

Die Medical Mission Group ist eine Kooperative, ein Zusammenschluss mehrerer Mediziner und Nichtmediziner. Ziel der Kooperative ist es grundsätzlich den Bedürfnissen der Mitglieder der Kooperative gerecht zu werden. Neben diesen Bedürfnissen sind soziale Ziele wie die Sicherstellung von leistbarer und qualitativer medizinischer Versorgung für die Bevölkerung von Aklan in die Mission und Vision mit eingebunden.

Die Medical Misson Group bezieht ihr Einkommen aus den Einnahmen der Ambulanten Klinik in Aklan. Neben dieser Profit Komponente findet man in der Struktur von MMG noch einige Non Profit Komponenten. Eine davon ist das „Integrated Health Care Project – ICHP“ in dem MMG versucht, präventive und nachhaltige Gesundheitsversorgung in 13 Dörfer von Aklan zu etablieren. In Zusammenarbeit mit „PINA – Peoples Iniatiative Network of Aklan“ wird auf Haushaltsbasis die Gesundheit der rund 250 Haushalte gewährleistet und verbessert und damit auch die ökonomische Situation der einzelnen Bewohner, der Haushalte und so auch der Dörfer.

Da ich mich mehr für diese Komponente von „Community Development“ interessierte entschloss ich mich in meinem Praktikum mit dieser Thematik zu befassen. Die ersten Wochen waren nötig um eine grundlegende Orientierung in der Organisation von MMG und in den 13 betreuten Dörfern zu bekommen. Die Haushalte in den Dörfern sind größtenteils unter einem Einkommen von 2 $ pro Tag.

Bereits in der zweiten Woche meines Praktikums hatte ich die Möglichkeit eine Workshop zu besuchen. Der Workshop wurde von „Integrated Pastoral Development Initaitive“ organisiert und von Fastenopfer Schweiz spendiert. An dem Workshop nahmen alle von Fastenopfer finanzierten Projektpartner Teil und sogar Projektkoordinatoren aus Indien, Südafrika und Kenia.

Der Workshop bezog sich auf das „Do no harm“ Tool in dem es vor all um „Connectors„ und „Deviders“ im Sinne von Konfliktmanagement ging. Der einwöchige Workshop beinhaltete Theorie und Praxis. Durch einen Ausflug in ein Dorf versuchten wir, die Teilnehmer, das gelernte an zu wenden und Informationen über Konflikte in dem Gebiet heraus zu filtern. Anschließend wurden die Daten evaluiert und präsentiert.

Nach den ersten Wochen begann ich mit der Internetrecherche zum gegebenen Thema um eine Umfrage mittels Fragebogen in den Dörfern starten zu können. Neben Expertengesprächen mit medizinischen Personal und dem Departement of Health (DOH) fanden noch regelmäßige Treffen mit der Partnerorganisation PINA statt. Der Fragebogen enthielt 84 Fragen. Im Großen und Ganzen enthielt der Fragebogen jedoch 193 Items.

Der Fragebogen beinhaltete Fragen bezüglich Gesundheit, ökonomische- und landwirtschaftliche- Situation sowie über das Verhalten der Haushalte, bezogen auf Gesundheit und Umwelt. Ziel des Fragebogens ist die individuellen Anffälligkeiten der Haushalte und deren Defizite heraus zu filtern und individuell zu bearbeiten.
Während der Erstellung des Fragebogens wurden sogenannte CHEs (Community Health Enablers[1])in den Dörfern organisiert die später die Aufgabe haben werden den Fragebogen und die Interviews mit den einzelnen Haushalten zu führen.

Die Organisation des CHE Meeting das von 26 bis 27 März stattfand beanspruchte uns einige Zeit. Das erste Provinzweite CHE treffen in dem ca. 40 CHEs aus den 13 verschiedenen Dörfern teilnahmen beinhaltete vor allem Themen wie Gesundheit, Workshops bezogen auf die Bedürfnisse der CHEs und der Haushalte, auf Führung und Freiwilligenarbeit.

Da es unmöglich gewesen wäre 254 Haushalte mit einem derart umfassenden Fragebogen zu befragen bezogen wir die CHEs in die Befragung der Haushalte mit ein. Ein Nachmittag des CHE Meetings verbrachte ich damit die Fragebögen an die CHEs aus zu teilen, durch zu besprechen und Fragen darüber zu beantworten.

In den folgenden Tagen sollte die Befragung der Haushalte durch die CHEs geschehen. Nach ca. einer Woche begannen wir die Einsammlung der Fragebögen in den Dörfern. Dabei versuchte ich einige Befragungen bei zu wohnen was mir einen besseren Einblick in die Befragung gab.

Zugegen die Dörfer alle in der ländlichen Gegend beheimatet und oft nur zu Fuß zu erreichen sind dauerte die Einsammlung der Fragebögen ca. zwei Wochen. Simultan mit der Einsammlung konnte jedoch mit der Eingabe der Daten ins SPSS begonnen werden.

Neben meiner Aufgabe die Befragung zu organisieren und durch zu führen durfte ich für MMG noch einen web auftritt gestalten. Die Gestaltung und Programmierung der Homepage von MMGnahm viel Zeit in Anspruch.

Die Eingabe der Daten dauerte ebenfalls zwei Wochen. Die Auswertung der Fragebogen sollte jedoch bis spätestens 31 März fertig sein, da dann die Evaluation des Projektterms mittels eines Consultants aus Manila stattfand. In diesen drei Tagen wurde ebenfalls die Planung für die nächste dreijährige Phase des Projekts begonnen. Teil der Evaluation war die Präsentation der Ergebnisse aus der Umfrage, da anhand in diesen Ergebnissen Teil der Projektplanung geschah.

Die Interpretation der Daten und die Gliederung der Projektarbeit sowie die Bearbeitung der Homepage nahm die letzten beiden Wochen meines Praktikums in Anspruch.

Neben der am meist signifikanten Daten und deren Interpretation erhielt MMG noch ein Manual für die Instandhaltung ihrer neuen Homepage.Bevor das Praktikum sein Ende fand bekam ich Feedback der Angestellten und des CEO (Sylviy Quiniesio) bezüglich meiner erbrachten Leistung und persönlichen Einstellung. Der 23. April 2009 war der letzte Tag meines Praktikums bei MMG.

Während meines dreimonatigen Aufenthalts lebte ich bei einer philippinischen Familie. Diese Zeit gab mir einen einzigartigen und unvergesslichen Einblick in philippinische Gewohnheiten, Eigenheiten, Kultur, Familienstruktur und vieles mehr.

Schon sehr bald, bereits nach einigen wenigen Wochen war ich Teil der Familie und wurde auch so behandelt. Familienfeste und Ausflüge waren Teil meiner Freizeitbeschäftigungen.

Zusammenfassend war das Praktikum für MMG sowie für mich persönlich ein sehr lehr- und vor allem erfolgreiches sowie Eindrucksvolles Praktikum. Es gab mir Einsichten in verschiedenen Aspekten. Zum einen lernte ich wie Kooperativen, die zweifelsohne in Entwicklungsländer wie den Philippinen eine sehr bedeutende Rolle spielen arbeiten, zum anderen konnte ich bereits gelerntes anwenden und in die Praxis umsetzen.

Neben meinen Erfahrungen bei MMG und im Praktikum konnte ich nebenbei noch die Kultur und Lebensart der Philippinos/as kennen lernen und (mit-)erleben was für mich eine ebenso wertvolle Erfahrung ist wie die hardfacts die ich durch das Praktikum lernte.

CHE – „Community Health Enabler“: CHEs sind Freiwillige in den Dörfern die sich regelmäßigen Schulungen unterziehen und MMG und PINA dabei helfen die Barangay und die Mitglieder zu organisieren. Meist sind es Bauern die bereits Freiwillig in verschiedenen Gruppierungen tätig sind. CHEs sammeln Daten und gewährleisten einen engeren Kontakt mit den Bewohnern der Barangay. CHEs werden von PINA und MMG gezielt ausgesucht.

 


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